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Von Anspruchsdenken zu innerem Glück: Warum wir unser Recht auf Glück überdenken sollten



In der heutigen Coaching-Szene hört man oft das gängige Statement: "Du hast es verdient, glücklich zu sein!" Es klingt verlockend und scheint ein einfacher Weg zu einem erfüllten Leben zu sein. Doch in Wahrheit ist dieser Satz ein Trugschluss, der uns in die Irre führen kann.


Der Stoizismus, eine alte philosophische Schule, bietet uns einen klaren Gegenentwurf zu dieser Denkweise. Stoiker argumentieren, dass Glück nicht einfach ein Verdienst ist, auf den wir automatisch Anspruch haben. Stattdessen sehen sie das Streben nach Glück als eine individuelle Verantwortung, die mit innerer Arbeit und einer gesunden Einstellung verbunden ist.


Hier sind einige Gründe, warum das Statement "Du hast es verdient, glücklich zu sein!" problematisch sein kann:


1. Übertriebener Anspruch: Das Statement impliziert, dass Glück ein automatisches Recht ist, das jedem zusteht. Es schürt den Glauben, dass wir berechtigt sind, immer glücklich zu sein, unabhängig von den Umständen oder unserer eigenen Einstellung. Doch das Leben ist voller Herausforderungen, Rückschläge und unvorhersehbarer Ereignisse. Der Anspruch auf konstantes Glück kann uns frustrieren und enttäuschen, wenn das Leben uns mit Schwierigkeiten konfrontiert.


2. Externe Abhängigkeit: Indem wir uns einreden, dass wir ein Recht auf Glück haben, legen wir die Verantwortung dafür in die Hände anderer Menschen oder äußerer Umstände. Wir erwarten, dass andere uns glücklich machen oder dass das Leben uns glückliche Umstände bietet. Doch wahres Glück sollte nicht von äußeren Faktoren abhängen. Es liegt in unserer eigenen Verantwortung, unsere Einstellung zu ändern und an unserer inneren Zufriedenheit zu arbeiten.


3. Fehlende Wertschätzung: Das Streben nach Glück wird oft mit dem Streben nach ständiger Befriedigung und Erfüllung gleichgesetzt. Doch wahres Glück ist komplexer und vielschichtiger. Es beinhaltet auch Momente des Lernens, Wachstums und der Bewältigung von Herausforderungen. Indem wir uns einreden, dass wir ein Recht auf Glück haben, riskieren wir, die Bedeutung dieser Erfahrungen zu übersehen und die Schönheit des Prozesses zu ignorieren.


Der stoische Ansatz bietet uns eine alternative Sichtweise. Statt zu glauben, dass wir ein automatisches Recht auf Glück haben, können wir lernen, die Unbeständigkeit des Lebens zu akzeptieren und unsere innere Einstellung zu ändern. Stoiker betonen die Bedeutung von Gelassenheit, Selbstreflexion und der Fähigkeit, unsere Reaktionen auf Herausforderungen zu kontrollieren.


Es ist wichtig zu verstehen, dass Glück kein Produkt von Anspruchsdenken oder äußeren Umständen ist. Es ist ein innerer Zustand, den wir aktiv kultivieren und pflegen müssen. Statt zu erwarten, dass uns das Leben glücklich macht, sollten wir uns darauf konzentrieren, unsere Denkweise, unsere Einstellung und unsere Handlungen bewusst zu gestalten, um wahres und nachhaltiges Glück zu erreichen.


Letztendlich sollten wir uns von dem Trugschluss lösen, dass wir automatisch ein Recht auf Glück haben. Stattdessen sollten wir die Verantwortung für unser eigenes Glück übernehmen, indem wir unsere Einstellung ändern, uns selbst reflektieren und an unserer inneren Resilienz arbeiten. Indem wir dies tun, können wir einen tieferen Sinn und dauerhaftes Glück finden, das nicht von äußeren Umständen abhängt.

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