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"Trigger" – Warum uns der Begriff mittlerweile auf die Nerven geht.



Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, als "Trigger" ein ziemlich exklusiver Begriff aus der Fachsprache der Psychologie und Psychiatrie war? Ein Begriff, der schwere emotionale Reaktionen beschrieb, die durch bestimmte Reize ausgelöst wurden - etwas, das sich tief in den Köpfen von Menschen mit psychischen Belastungen abspielte. Heute ist der Begriff "Trigger" in aller Munde und scheint auf alles und jeden angewendet zu werden. Und ehrlich gesagt, das kann schon mal gehörig auf die Nerven gehen. Aber warum ist das so?


Vom Fachbegriff zum Alltagswort: Verlust der Ernsthaftigkeit

Der Begriff "Trigger" hat seinen Ursprung in der Psychologie und Psychiatrie, wo er dazu diente, spezifische Reize zu beschreiben, die bei bestimmten Personen heftige emotionale Reaktionen oder sogar psychische Symptome auslösen können. Zum Beispiel können bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung bestimmte Geräusche, Gerüche oder Bilder als "Trigger" wirken und intensive Flashbacks oder Angstzustände auslösen.

Aber was passiert, wenn dieser ernste Begriff plötzlich in jedem zweiten Tweet, in jeder Instagram-Story und in jedem Blogpost auftaucht, um Unbehagen, Ärger oder leichte Frustration zu beschreiben? Was passiert, wenn er inflationär und in Kontexten verwendet wird, die nichts mit seinem ursprünglichen Verständnis zu tun haben? Die Antwort ist simpel und zugleich beunruhigend: Der Begriff verliert seine Bedeutung. Er wird verwässert und entwertet, und das kann den Blick auf die Ernsthaftigkeit und Schwere der Situationen trüben, in denen er ursprünglich verwendet wurde. Und das ist mehr als nur nervig – es ist respektlos gegenüber den Menschen, die tatsächlich mit schweren emotionalen Reaktionen auf bestimmte "Trigger" umgehen müssen.


Ausdruck von Wehleidigkeit: Der "Trigger"-Schild

Ein weiterer Aspekt, der den inflationären Gebrauch des Begriffs "Trigger" zunehmend nervig macht, ist die Art und Weise, wie er oft als Ausdruck von Wehleidigkeit benutzt wird. Anstatt sich mit schwierigen Situationen auseinanderzusetzen, verschiedene Perspektiven zu akzeptieren oder konstruktiv mit Kritik umzugehen, scheinen einige Menschen den Begriff als eine Art Schild zu verwenden, um sich vor unbequemen Wahrheiten zu schützen. Dieser Gebrauch kann schnell als wehleidig wahrgenommen werden und untergräbt gleichzeitig das Verständnis und die Empathie für Menschen, die tatsächlich mit ernsthaften "Triggern" umgehen müssen.


Schlussfolgerung: Achtsamer Umgang mit dem Begriff "Trigger"

In einer Welt, in der wir immer mehr auf die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten der Einzelnen achten, ist es entscheidend, dass wir Begriffe wie "Trigger" mit Bedacht und Respekt verwenden.

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